Einsatz | 19.04.2017

SRHT | Spezielles Retten aus Höhen und Tiefen | Höhle am Iberg
Am 19.04.2017 um 15:16 Uhr wurde die Fachgruppe Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen zur Rettung eines verletzten Höhlenforschers in den Landkreis Göttingen alarmiert.

Sammelplatz für die anrückenden Kräfte war der Parkplatz am Höhlenerlebniszentrum der Iberger Tropfsteinhöhle bei Bad Grund. Von dort ging es hoch zum Albertturm. Ein weiterer Fußmarsch von ca. 1 km Länge war erforderlich, um den Eingang der Stelzmückenhöhle zu erreichen.

Der verletzte Höhlenforscher lag ca. 120 m vom Höhleneingang entfernt und konnte sich aufgrund einer am Bein zugezogenen Verletzung nicht mehr selbstständig aus der Höhle heraus bewegen. Die Höhle verfügt über verschiedene Engstellen von teilweise 50 cm Breite und 30 cm Höhe, Kriechgängen von teilweise nur ca. 40 cm Höhe, Verwinkelungen bis zu 120 Grad sowie Höhenunterschiede von mehreren Metern, die im Normalfall über kleine Strickleitern begangen werden. Die Anreise vom Höhleneingang bis zum Patienten dauerte für die Rettungskräfte daher schon ca. 25 Minuten.

Der Patient wurde nach erfolgter Erstuntersuchung und -versorgung durch einen Rettungsassistenten mit Schmerzmedikamenten versorgt, um den Abtransport etwas erträglicher zu machen. Die Rettung stellte sich ziemlich zeit- und kraftaufwendig dar. Es mussten mehrere Bohrhaken mit einer Schlagbohrmaschine gesetzt werden, um überhaupt Festpunkte für das Aufziehen des Patienten zu schaffen. Das komplette Material, mehrere Seile, Flaschenzüge, Schlagbohrmaschine, Erstversorgungsrucksack der Bergwacht, Schienenmaterial, Feldtelefon, Wärmepacks, KED-System, usw. mussten bis zum Patienten transportiert werden. Für das Einfahren in die Höhle kamen allerdings nur Rettungskräfte in Betracht, die die entsprechende körperliche Statue und Biegsamkeit aufwiesen, um die Engstellen zu passieren.

Während Untertage die Rettungsarbeiten liefen, bereitete man sich Übertage auf eine langdauernde Rettungsaktion vor. Es wurden Licht sowie ein Zelt in Nähe des Höhleneingangs aufgebaut.

Gegen 21:40 Uhr konnte der Verletzte durch den Höhleneingang wieder nach draußen gelangen und wurde über ein ATV (Quad) der Notärztin zugeführt.

Für die eingesetzten Rettungskräfte schloss sich im Anschluss noch der komplette Rückbau der Einsatzstelle an, welches durch ein weiteres ATV mit Anhänger beschleunigt werden konnte. Anschließend hatte die Feuerwehr Bad Grund für eine warme Mahlzeit gesorgt, damit sich die Rettungskräfte nach dem langen Einsatz wieder stärken konnten. Die Pächterin der Gaststätte am Albertturm hatte dafür freundlicher Weise ihre Türen geöffnet.

Zurück an der Wache mussten die völlig verschlammten Gerätschaften, Seile, persönliche Schutzausrüstungen und Fahrzeuge noch gereinigt werden. So konnten die letzten Einsatzkräfte erst gegen 1 Uhr die Wache verlassen.
 
 

Bildergalerie



© 2013-2016 by Freiwillige Feuerwehr Buntenbock - Designed by Dennis Schmelzer - Impressum - alle Rechte vorbehalten